Die systemische 13 · Teil 6
Prozess- vs. Ergebnisverantwortung

Inhalt · 7 Abschnitte
- Einleitung: Prozess- vs. Ergebnisverantwortung im Coaching
- Wer trägt wofür Verantwortung?
- Die Rolle des Coaches: Prozess halten, Struktur geben
- Die Rolle des Coachees: Verantwortung für die Ergebnisse
- Was am Ende zählt – und wovon es abhängt
- Klare Verantwortungsabsprachen schaffen Transparenz
- Reflexionsimpuls
Einleitung: Prozess- vs. Ergebnisverantwortung im Coaching
Mit der Aufgabe eines Coachings zur Prozessberatung – oder noch präziser: zur Prozessbegleitung – geht eine Prozessverantwortung einher. Die Coachees/Klient:innen hingegen tragen aufgrund ihrer eigenen Fachlichkeit und organisationalen Eingebundenheit die Ergebnisverantwortung.
Geteilte Verantwortung – aber nicht gleich verteilt
Die Verantwortung für den Erfolg oder Misserfolg eines Coachings wird daher geteilt – und dieser lässt sich nicht einzig an den Ergebnissen ablesen. Denn Coaching zielt auf die nachhaltige Entwicklung der Persönlichkeit im Sinne der „Selbst-, Sozial- und Systemkompetenz“ ab und nicht auf schnelle Lösungen und kurzfristigen Erfolg (DGfC, 2019, S. 1).
Wer trägt wofür Verantwortung?
Dennoch stellt sich die Frage nach der Verantwortungsverteilung immer wieder: Wer zeichnet für die Beziehungsqualität, für die Gesprächsführung, die Methodenwahl, die Zielorientierung und die Resultate eines Coachings verantwortlich? Der Coach oder der Coachee?
Systemische Perspektive: Sowohl als auch
Die verkürzte Antwort ist eine typisch systemische. Sie lautet: sowohl als auch. Denn natürlich steuern beide Parteien ihren Beitrag bei. Sie sind also beide für die Beziehungsgestaltung, die Kommunikation, den Methodeneinsatz, die Zielverfolgung und das Ergebnis zuständig. Und doch sind nicht beide gleichermaßen verantwortlich.
Die Rolle des Coaches: Prozess halten, Struktur geben
Im systemischen Coaching gilt der Grundsatz, dass wir als Coaches den Prozess im Blick haben, den roten Faden einweben, das Coaching-Ziel verfolgen, Struktur geben, Methodenvorschläge bereiten und anderweitige Interventionen anbieten. Wir helfen bei der Ressourcen- und #Lösungsorientierung und respektieren dabei das Tempo unseres Gegenübers.
Die Rolle des Coachees: Verantwortung für die Ergebnisse
Sein “Problem” ist aber nicht unseres. Daher liefern wir auch nicht die Lösung, sondern unterstützen bei der Suche und Entwicklung von Lösungsansätzen und gangbaren Veränderungen.
Was am Ende zählt – und wovon es abhängt
Was am Ende eines Coaching-Prozesses oder einer einzelnen Sitzung das konkrete Ergebnis ist, inwieweit es nachhaltig wirksam ist, wie gut es in den Alltag des Coachees integriert werden kann - all das hängt wesentlich davon ab, wie sehr der Coachee sich einbringt, sich öffnet, seine “Hausaufgaben” macht und bereit ist, etwas zu verändern. Daher kann die Ergebnisverantwortung gar nicht bei uns Coaches liegen.
Klare Verantwortungsabsprachen schaffen Transparenz
Es ist hilfreich, die Verteilung von Verantwortungen bereits zu Beginn des Coachings zu besprechen und ggf. auch zwischendurch daran zu erinnern. So entsteht Transparenz und wir gestalten ein realistisches Erwartungsmanagement.
Reflexionsimpuls
Worin liegen für dich in einem Coaching die Hauptunterschiede in der Verteilung von Verantwortung? Und auf welche anderen Kontexte (außerhalb eines klassischen Coachings) ließen sich diese gewinnbringend übertragen?
Häufige Fragen
Ergebnisverantwortung: Definition und Bedeutung im Coaching
Ergebnisverantwortung heißt, für das konkrete Ergebnis eines Coaching-Prozesses oder einer Sitzung verantwortlich zu sein. Sie liegt bei den Coachees, weil sie aufgrund ihrer eigenen Fachlichkeit und organisationalen Eingebundenheit über die Umsetzung entscheiden. Ob ein Ergebnis nachhaltig wirkt und in den Alltag passt, hängt wesentlich davon ab, wie sehr sich der Coachee einbringt und bereit ist, etwas zu verändern.
Prozessverantwortung und Ergebnisverantwortung: Was ist der Unterschied?
Die Prozessverantwortung liegt beim Coach: Er hat den Prozess im Blick, webt den roten Faden ein, verfolgt das Coaching-Ziel, gibt Struktur, macht Methodenvorschläge und bietet Interventionen an. Die Ergebnisverantwortung liegt beim Coachee. Der Coach liefert deshalb nicht die Lösung, sondern unterstützt bei der Suche nach Lösungsansätzen und gangbaren Veränderungen.
Wer ist für den Erfolg eines Coachings verantwortlich?
Die Antwort ist typisch systemisch: sowohl als auch. Coach und Coachee tragen beide zu Beziehungsgestaltung, Kommunikation, Methodeneinsatz, Zielverfolgung und Ergebnis bei, sind aber nicht gleichermaßen verantwortlich. Der Erfolg lässt sich zudem nicht allein an Ergebnissen ablesen, weil Coaching auf die nachhaltige Entwicklung von „Selbst-, Sozial- und Systemkompetenz“ zielt (DGfC, 2019, S. 1).
Wann sollte die Verantwortung im Coaching geklärt werden?
Es ist hilfreich, die Verteilung von Verantwortung bereits zu Beginn des Coachings zu besprechen und gegebenenfalls zwischendurch daran zu erinnern. So entsteht Transparenz, und Coach und Coachee gestalten ein realistisches Erwartungsmanagement.
