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    Schulleitung & Kommunikation

    EFV Teil 2: Die Gruppendiskussion – Tipps und Gesprächstaktiken

    Vier Personen stehen im Seminarraum zusammen und diskutieren
    Erschienen
    Lesezeit
    5 Min.

    Gruppendiskussion üben Einzeltraining anfragen

    Inhalt · 4 Abschnitte
    1. Ablauf: 20 Minuten Vorbereitung, 35 Minuten Diskussion
    2. So bereiten Sie sich vor
    3. Gesprächstaktiken für die Gruppendiskussion
    4. Rollen in Gesprächsrunden

    Die Gruppendiskussion ist für die Mehrzahl der Teilnehmenden die erste Übung des Tages im Eignungsfeststellungsverfahren (EFV). Sie diskutieren hier mit den fünf Mitgliedern Ihrer Untergruppe (siehe Hinweise in Teil 1) zu einem vorgegebenen Thema und sollen dazu mit Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Schulformen in den meisten Fällen ein kommunales Konzept entwickeln. Das können beispielsweise ein Wettbewerb zur Schulhofgestaltung, Absprachen zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung oder die öffentlichkeitswirksame Darstellung der städtischen Schullandschaft sein.

    Wie für jede Übung ist auch hier die eingehende Lektüre der jeweiligen Kriterien hilfreich, an denen sich die Prüfer bei der Beurteilung (siehe Beobachtungsbögen) orientieren.

    Ablauf: 20 Minuten Vorbereitung, 35 Minuten Diskussion

    Nach 20 Minuten Vorbereitungszeit, für die Sie themenbezogene Texte erhalten, sollen Sie anschließend in 35 Minuten die notwendigen Absprachen in der Gruppe treffen. Allein aufgrund der nicht planbaren Zusammensetzung und der sehr unterschiedlichen Interessen und Umsetzungsmöglichkeiten der Schulformen ist in der Kürze der Zeit kaum ein tragfähiges Konzept zu erwarten. Es geht also nur bedingt um die Inhalte, sondern vielmehr um die Art, wie Sie mit den anderen Schulleiterinnen und Schulleitern auf Augenhöhe und zielgerichtet kommunizieren, welche innovativen Ideen Sie einbringen und/oder wie Sie die Ideen anderer weiterentwickeln.

    So bereiten Sie sich vor

    Wer nicht direkt nach der Begrüßung mit der Gruppendiskussion starten muss, hat die Möglichkeit, von einer Vorgängergruppe das Thema zu erfahren, sodass man sich schon vor der eigentlichen Vorbereitungszeit inhaltlich orientieren kann.

    Außerdem kann es sinnvoll sein, sich mit den fünf weiteren Mitgliedern seiner Gruppe zumindest grob auf einige grundlegende Gesprächsregeln und die Verteilung von Aufgaben zur Gesprächsleitung zu einigen.

    In der Vorbereitungszeit sollten Sie sich dann insbesondere zu den Kriterien für Innovation stichwortartig themenbezogene Gedanken notieren. Sinnvoll ist dabei immer, auf den Einsatz neuer Medien, schulübergreifende Aktionen und Kooperation sowie die Einbindung von Schülerinnen und Schülern hinzuweisen und entsprechende Vorschläge einzubringen. Außerdem helfen die Beachtung des Genderaspekts und Überlegungen zu Nachhaltigkeit und Vernetzung.

    Aufgrund der nicht planbaren Zusammensetzung der Diskussionsrunde, die eine jeweils eigene Dynamik entwickeln kann, lässt sich die Gruppendiskussion von allen Formaten am wenigsten trainieren. Sicherlich haben Sie aber in Ihrem derzeitigen Arbeitskontext die Möglichkeit, bei Konferenzen o. Ä. die folgenden Gesprächstaktiken auszuprobieren und ein Stück weit zu verinnerlichen.

    Gesprächstaktiken für die Gruppendiskussion

    • Namen und Schulform notieren, sodass Sie während der Diskussion unter diesen Namen ein inhaltliches Stichwort notieren können, auf das Sie im Laufe der Diskussion eingehen können. Außerdem wirkt es positiv, wenn Sie die anderen Mitglieder mit Namen ansprechen können.
    • Übernehmen Sie nicht die Moderation oder die Leitung! Sie befinden sich in einer Runde von Häuptlingen.
    • Bedenkenswert sind Angebote an die Gruppe: zu visualisieren, Ergebnisse auch zwischenzeitlich zusammenzufassen oder auf die Zeit zu achten.
    • Auf Vorgängeräußerungen eingehen und sie mit Ihrer Aussage vernetzen, um den eigenen Standpunkt deutlich zu machen.
    • Systembedingungen der anderen Schulformen erfragen: Die Grundschule hat z. B. keinen Nachmittagsunterricht.
    • Wertschätzend sein! Niemals unterbrechen! Jedem Mitspieler seine Bühne lassen!
    • Prozessplanung: schulinterne Kompetenzteams einbinden (z. B. Fachkonferenzen) und so die Fähigkeit zur Delegation verdeutlichen.

    Der Anspruch, innovative Ideen einzubringen und die Diskussion zielführend zu strukturieren, steht oft im Gegensatz zur Anforderung, jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer genügend Raum zu lassen, alle zu integrieren und auch gegensätzliche Impulse wertzuschätzen.

    Dieser Spagat ist äußerst anspruchsvoll und kann nur im Ansatz gelingen, was bei vielen Teilnehmenden dazu führt, dass sie ihre Leistung gerade in dieser Übung oft sehr negativ einschätzen.

    Letztlich zählt aber nur, dass ein integrativer Kommunikationsstil erkennbar ist, wobei Sie Ihre persönlichen kommunikativen Stärken (wie z. B. Strukturierung, Zusammenfassung, Visualisierung, Ideenreichtum) durchaus einbringen sollten.

    Auf den letzten Punkt geht die Übersicht „Rollen in Gesprächsrunden“ noch einmal ein und verdeutlicht, dass alle aufgeführten Rollen zur Steuerung und Führung der Diskussion wertvolle Beiträge leisten können. Das Ziel sollte dabei sein, eine den eigenen Stärken und Fähigkeiten entsprechende Rolle zu finden.

    Rollen in Gesprächsrunden

    In jeder Gesprächsrunde gibt es auffallende und weniger auffallende Rollen. Einzelne Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer treten hervor, andere halten sich eher im Hintergrund. Manche steuern die Gruppe durch Strukturierung, andere durch die Kraft ihrer Argumente. Manche treten durch intensives Sprechen hervor, andere durch ergänzende Kommentare. Die Möglichkeiten, Gruppenprozesse zu beeinflussen, sind vielfältig.

    In der Regel nehmen wir nur die starken Rollen (Führung, Sachkenntnis, Fachautorität) als Führungsrollen wahr. Dennoch gehören alle aufgeführten Rollen zu den Steuermechanismen und damit zur Führung.

    Führung (Eröffnen, Rahmen vorgeben, Teilnehmende bekannt machen, Meinungen einholen, Integration aller, Ausblick): Er oder sie gibt ein Muster vor, dem eine Weile alle Diskussionsteilnehmenden folgen. Aber Führung ist ein zweischneidiges Schwert. Sie ruft oft Widerstand hervor und kitzelt Gegensätze heraus. Führung muss durch die Gruppe legitimiert werden, das heißt, im Verlauf einer Gesprächsrunde müssen alle Teilnehmenden dem Führungsanspruch einer Person zustimmen.

    Sachkenntnis/Fachautorität: Sachkenntnis wird in der Regel anerkannt, zumindest so lange, wie sie als Informationsmöglichkeit angeboten wird. Beharren auf Sachkenntnis als Abgrenzung zu anderen Redebeiträgen kann schnell zu Widerstand oder Resignation führen.

    Argumentenvielfalt: Wer ein Repertoire an unterschiedlichen Argumenten zur Verfügung hat, kann sich flexibel auf die Anforderungen in Verhandlungen einstellen und somit das Verhandlungsergebnis entscheidend beeinflussen.

    Strukturierung (Anlass klären, Problem darstellen, Zusammenfassung, Visualisierung, Zeit beachten): Wer die Struktur von Gesprächsrunden beherrscht, führt die Gruppe zu einem Ergebnis. Unbewusst sind die Gruppenmitglieder dankbar für die Gesprächsarbeit, die ihnen jemand strukturierend abnimmt.

    Vermittlung (Konsens und Dissens klären, Minimalkonsens herstellen): Vermittlung ist eine „leisere“ Rolle. Sie setzt voraus, dass jemand zuhören kann, ohne gleich Stellung beziehen zu müssen. Oft sind die Vermittlerinnen und Vermittler diejenigen, die eine Verhandlung zur Zufriedenheit aller führen können.

    Verantwortung: Keine Verhandlung, kaum ein Gespräch läuft ohne Missverständnisse. Die Missverständnisse auf inhaltlicher Ebene werden oft durch die Vermittlerinnen und Vermittler aufgedeckt und überwunden. Schwieriger ist das Klären von Missverständnissen auf der persönlichen Ebene. Die Muster der Gesprächsführung und Verhandlung haben wir in unseren Ursprungsfamilien gelernt. Unsere Bezugspersonen sitzen heimlich mit am Tisch. Wer sich für die Menschen in der Gesprächsrunde verantwortlich fühlt, kann verhindern, dass frühere Erfahrungen die gegenwärtige Verhandlung negativ bestimmen.

    Weiter geht es mit Teil 3: Der Postkorb – der Übung, die Sie am besten allein trainieren können.

    Häufige Fragen

    Wie läuft die Gruppendiskussion im EFV ab?

    Sie diskutieren mit fünf weiteren Teilnehmenden Ihrer Untergruppe ein vorgegebenes Thema, meist mit dem Auftrag, als Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Schulformen ein kommunales Konzept zu entwickeln. Nach 20 Minuten Vorbereitung mit themenbezogenen Texten haben Sie 35 Minuten für die Absprachen in der Gruppe.

    Welche Themen kommen in der EFV-Gruppendiskussion vor?

    Typisch sind kommunale Vorhaben über Schulformen hinweg, zum Beispiel ein Wettbewerb zur Schulhofgestaltung, Absprachen zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung oder die öffentlichkeitswirksame Darstellung der städtischen Schullandschaft.

    Sollte ich in der Gruppendiskussion die Moderation übernehmen?

    Nein. In der Runde sitzen lauter künftige Schulleitungen. Wirkungsvoller ist es, Beiträge anderer aufzugreifen und mit eigenen Ideen zu vernetzen, Ergebnisse zwischendurch zusammenzufassen, zu visualisieren oder auf die Zeit zu achten – und dabei jedem Raum zu lassen.

    Worauf achten die Beobachtenden in der Gruppendiskussion?

    Geprüft werden vor allem die Kompetenzen Kommunikation und Innovation. Es zählt, dass ein integrativer Kommunikationsstil erkennbar ist und Sie innovative Ideen einbringen oder die Ideen anderer weiterentwickeln – ein fertiges Konzept wird in der kurzen Zeit nicht erwartet.

    Sie möchten das Thema an Ihrer Einrichtung angehen?

    Wir beraten, moderieren und bilden fort – zugeschnitten auf Ihr Kollegium, Ihre Hochschule oder Ihr Team.

    Institut für Schulentwicklung und Hochschuldidaktik GmbHKortumstraße 5, 44787 Bochum