Schulleitung & Kommunikation
EFV Teil 5: Projektplanung und pädagogische Beurteilung von Unterricht

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Projektplanung präsentieren üben Einzeltraining anfragen
Inhalt · 4 Abschnitte
Im letzten Teil der Themenreihe zum Eignungsfeststellungsverfahren (EFV) wenden wir uns der Projektplanung zu, die sicherlich am gezieltesten geübt und vorbereitet werden kann, weil hier ein logischer Ablauf zugrunde liegt, der in ähnlicher Form für jede Planungsaufgabe hilfreich ist.
Trotzdem sollten Sie sich davor hüten, zu schablonenhaft vorzugehen, weil Ihre Prüfer nach der 36. identisch strukturierten Planung durchaus gelangweilt sein könnten.
Lassen Sie also Ihren persönlichen Stärken Raum und nutzen Sie ein gewisses Maß an Kreativität. Ähnlich wie bei der Gruppendiskussion sind innovative Ideen hilfreich, die den Rahmen der bekannten schulischen Entwicklungsvorhaben verlassen.
Eine klare Zielformulierung auf der Basis des Ist-Zustandes, eine Kenntnis der vorhandenen Ressourcen und möglichen Widerstände sowie eine zeitlich realistische Arbeitsplanung sind aber dennoch ein Muss. Bei Ihrer Planung sollten Sie sich an Ihrer eigenen Schule orientieren, die Ihnen am besten vertraut ist, zumal den Beobachtern die Schulform, an der Sie arbeiten, bekannt ist.
Ablauf: 90 Minuten Vorbereitung, 15 Minuten Präsentation
- Die Vorbereitungszeit, in der Sie verschiedene Quellen zum jeweiligen Schulentwicklungsthema erhalten und Ihre Präsentation gestalten sollen, dauert 90 Minuten. Für die anschließende Präsentation haben Sie dann 15 Minuten Zeit.
- Üben Sie das Zeitmanagement für die Präsentation möglichst konkret, da die Beobachterinnen und Beobachter nach exakt 15 Minuten den Raum kommentarlos verlassen.
- Auch wenn die Gestaltung der Flipcharts nicht in die Bewertung einfließt, macht es Sinn, eine leserliche Schrift und die Gestaltung der Flipcharts zu üben. So erhalten die Prüfer die Gelegenheit, den roten Faden Ihres Gedankengangs visuell nachzuvollziehen, und Sie selbst ein hilfreiches Manuskript für Ihren Vortrag. Nutzen Sie zwei bis drei Flipchart-Bögen und visualisieren Sie mithilfe von Farben.
Themen der Projektplanung
Inhaltlich kann die Aufgabenstellung selbstverständlich nicht vorhergesagt werden. Neben den Amtsblättern der letzten zwei Jahre geben aber die Internetseiten des Schulministeriums NRW (öffnet in neuem Tab) und der QUA-LiS NRW (öffnet in neuem Tab) einen guten Einblick in aktuelle Tendenzen der Schulentwicklung, die im EFV gerne aufgegriffen werden.
Themen aus früheren Verfahren: Übergänge gestalten, Leseförderung, Demokratieerziehung, Suchtprävention, Willkommenskultur, Identitätsbildung, gendergerechte Erziehung, Nachhaltigkeit und Ressourcen, Netzwerk Lernkultur, Konzeptentwicklung sprachsensibler Unterricht, gewaltfreie Schule.
Hinweise und Tipps für Ihre Projektplanung
- Ist-Zustand und Ressourcen: Bei der Beschreibung des Ist-Zustandes, aber auch bei den vorhandenen Ressourcen dürfen Sie kreativ sein und Dinge, die Sie benötigen, erfinden. Haben Sie konkrete Erfahrungen mit der Umsetzung einer gelungenen Maßnahme (z. B. an Ihrer Schule), setzen Sie diese auf die Mängelliste und nutzen Sie Ihre positiven Erfahrungen für die Projektplanung. (Niemand der Anwesenden kann das kontrollieren.)
- Beteiligung: Denken Sie daran, die ganze Schulgemeinde zu beteiligen sowie externe Kooperationspartner und andere Schulen im Stadtteil einzubinden. Auf jeden Fall entscheiden Sie, welche Gremien an welcher Stelle beteiligt werden müssen.
- Delegation und Controlling: Nutzen Sie Fachschaften, Steuer- oder Projektgruppen (gerne auch erfinden) und machen Sie deutlich, an welcher Stelle Sie als Schulleitung delegieren. Vergessen Sie nicht, entsprechende Rückmelde- bzw. Controllingtermine mit Ihnen verbindlich einzuplanen.
- Anbindung: Positiv wirken Bezüge zu Schul- und Qualitätsentwicklung, Schulprogramm, Leitbild der Schule und „Wir-Gefühl“ (Corporate Identity).
- Ziele: Formulieren Sie klare Zielvorgaben mit entsprechenden Erfolgskriterien (Überprüfbarkeit), die die Grundlage für die Evaluation darstellen.
- Evaluation: Vergessen Sie auf keinen Fall die Evaluation. Legen Sie den Zeitpunkt und die Maßnahmen fest. An welchen konkreten Kriterien wollen Sie die Veränderung messen?
- Entlastung: Denken Sie bei den Ressourcen auch an Entlastungsstunden. Setzen Sie innovativ auf externe Unterstützer oder mögliche Kooperationen.
- Zeitplanung in drei Phasen: Die grobe Zeitplanung orientiert sich an einer Drei-Phasen-Planung: Bestandsaufnahme – Optimierungsphase – Evaluation. Legen Sie die Zeitplanung der Phasen realistisch an und denken Sie daran, dass größere Entwicklungsvorhaben mindestens ein Schuljahr benötigen, eher mehr.
- Meilensteine: Markieren Sie in der Projektplanung Meilensteine, an denen zentrale Teilschritte abgeschlossen oder notwendige Entscheidungen (Konferenzen) getroffen werden.
- Unterstützung: Klären Sie, wo welche Teams Ihre persönliche Unterstützung brauchen.
Alternative: pädagogische Beurteilung von Unterricht
Abschließend sei noch erwähnt, dass statt eines Themas aus dem Bereich der Schulentwicklung alternativ auch ein Aspekt der Unterrichtsentwicklung (pädagogische Beurteilung von Unterricht) im Mittelpunkt stehen kann.
Basis ist dann ein Ausschnitt aus den Ergebnissen der Qualitätsanalyse (QA), die traditionell Defizite im Bereich der Individualisierung bzw. des differenzierten Unterrichts diagnostiziert. Hier sollen Sie Wege zur Verbesserung aufzeigen, was mit den gezeigten Elementen einer Projektplanung gleichfalls gut umsetzbar ist, wobei die Analyse des Ist-Zustandes und zumindest das grobe Ziel mit der Aufgabenstellung vorgegeben werden.
Damit endet die Reihe. Einen Überblick über Ablauf und Bewertung finden Sie noch einmal in Teil 1 – und wer alle Übungen einmal unter Prüfungsbedingungen durchspielen möchte, findet hier die EFV-Vorbereitung des ISH.